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Es gibt zwei verschiedene Arten von Gottesvorstellungen:

Man kann sich Gott als eine sich wissende Person vorstellen. Ein 'Ich', wie der Mensch eines ist. Bloß viel mächtiger, umfangreicher etc. Welt und Menschen sind Geschöpfe dieses Gottes, und für alle Zeiten von ihrem Schöpfer getrennt. Die Menschen bzw. ihre Seelen werden nie eins mit dem Schöpfer, auch die nicht, die später die ewige Glückseligkeit oder ähnliches erreichen.

Man kann sich aber auch eine unpersönliche geistige Kraft vorstellen, die mit dem Weltganzen letztendlich identisch ist. Einen geistigen Kern der Welt, der aber kein sich wissendes 'Ich' ist. Diese zweite Vorstellung ist der Kern dessen, was man unter Pantheismus versteht.

 

 

Gott existiert nicht als Person:

Die Lehre des Pantheismus geht davon aus, dass Gott überall ist und alles mit einschließt: Gut und Böse, den Kosmos, die Natur, alle Lebewesen und jeden Menschen. Im Pantheismus ist die Welt eine Ausdehnung Gottes selbst, was soviel bedeutet: Gott ist nicht personal bzw. Gott geht völlig in der Natur auf und ist somit ein unpersönliches "ewiges Gesetz" oder eine unbestimmte "kosmische Kraft". Oder anders gesagt: Gott ist überall und in allem, was vorhanden ist.

 

 

 

Was konkret ist Pantheismus?

 

Pantheismus ist kein konkreter Glaube, der wie Religionsgemeinschaften oder Sekten klare Regeln und Glaubensvorschriften vorsieht. Das liegt vor allem daran, dass dem Pantheismus kein allgemeingültiges Glaubensbuch zu Grunde liegt, wie es bspw. bei den Christen und Juden mit der Bibel  oder dem Islam mit dem Koran der Fall ist. Der Pantheismus ist eine eher philosophischer Glaube. Viele Menschen haben sich ihre Gedanken über ihn gemacht bzw. sind durch Reflexion zu diesem Glauben gelangt und haben seine Prinzipien und verschiedenen Aspekte niedergeschrieben. Der Pantheismus ist ein abstrakter Glaube, der nur grob die Glaubensrichtungen zusammenfasst, die sich mit der Gleichsetzung von Natur und „Gott“ befassen.

Das Prinzip des Pantheismus kann man am besten durch metaphorische Beispiele erläutern. So ist der Vergleich des Pantheismus mit dem menschlichen Gehirn sehr geeignet. Hierbei stellt jedes Leben im gesamten Universum eine Gehirnzelle da, die zwar ein gewisses Eigenleben und eine sinnvolle Aufgabe hat, aber makroskopisch betrachtet nur ein winziger Teil des Ganzen ist. Leben kommunizieren miteinander – so wie wir Menschen beispielsweise miteinander. Alles Leben zusammengenommen im gesamten Universum (hier im Beispiel also alle Gehirnzellen) stellt „Gott“ (das Gehirn) da. Dieser Gott ist das vollendete Leben überhaupt – die Summe aller Dinge, aller Massen, Energien, Gedanken. Diese Gesamtheit bildet so etwas wie ein Bewusstsein – ein allumfassendes. Sie ist für den Menschen unbegreifbar, da die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen nur sehr begrenzt sind – eine Anmaßung, zu glauben, der Mensch sei so hoch entwickelt, dass er sich ein genaues Bild von „Gott“ machen könnte, was auch ein weiterer Grund für die Abstraktheit des Pantheismus ist. Wichtig ist, dass jedes Leben im Universum trotz seines kleinen Anteils an dem Ganzen von großer Bedeutung ist. Es ist ein Teil „Gottes“ und ohne es wäre „Gott“ unvollständig. Das Gehirn könnte zwar auf eine einzige Gehirnzelle verzichten, aber dennoch trägt jedes Leben zur Existenz des Ganzen bei.

Auch beim Pantheismus gibt es etwas, was man als Beten bezeichnen könnte. Indem man in meditativer Art und Weise versucht seinen Geist auf andere Teile des Ganzen, auf „Gott“ zu lenken und zu spüren, wie man ein Teil etwas unbegreifbar Großem ist. Man kann bspw.  ähnlich wie bei den meisten Religionen seine Gedanken, Wünsche und Ängste „Gott“ mitteilen, sie geistig in das Bewusstsein des Ganzen zu tragen – so wie in dem genannten Vergleich vielleicht eine Gehirnzelle an das Bewusstsein (also der Gesamtheit der Gehirnzellen) mitteilt, dass man Hunger hat.

 

 

Pantheismus und andere Religionen

Religionsgemeinschaften versuchen Leuten immer bestimmte Riten und Bräuche aufzuerlegen, um sie zu binden und ihnen ein Gefühl der Konstanz zu geben. Menschen brauchen oft ein Leben voller Rituale. Dadurch verlieren sie aber unter Umständen die Fähigkeit, reflektierend zu leben. Der wahre Glauben kommt aus einem selbst und nicht aus einem Buch. So berufen sich alle Religionsgemeinschaften auf Personen oder Schriften, die für alle gültig und eineingeschränkt richtig sind. Daraus resultiert, dass alle übrigen Glauben als falsch angesehen werden. Kein Christ wäre ein Christ und kein Muslim wäre ein Muslim wenn er in einer anderen Kultur aufgewachsen wäre. Wäre er dann ein schlechterer Mensch? Wer sagt, dass ausgerechnet ein bestimmter Glaube richtig sein soll? Da der Mensch nicht intelligent genug ist, „Gott“ zu begreifen, sollte er sich nicht anmaßen, ein genaues Bild von ihm haben zu können. Vor allem aber sollte man nicht einzig und allein seinen Glauben – und vor allem den Grund des Glaubens – aus einem Buch beziehen. Der Glaube ist viel zu unpersönlich, wenn man ihn übernimmt, ohne sich Gedanken zu machen.

Sicher waren Mohammed und Jesus große Philosophen, aber kann ein Mensch so richtig liegen, dass man ohne zu reflektieren seine Worte als heilig oder göttlich ansieht? Man kann ja leider nicht mehr mit ihnen reden, einzig und allein Geschichten sind überliefert.

 

Der Mensch sollte so neutral wie möglich aus allen Schriften und allen Kulturen seine Schlüsse ziehen, für ihn persönlich das SUBJEKTIV WAHRE herausfinden, indem er sich mit Freunden unterhält, philosophiert und Schriften von anderen Religionen liest. Offen sein für alles und ständig seinen eigenen Glauben in Frage stellen, das sind Dinge, die ein religionsmonoton erzogener Mensch nicht tun kann. Er ist fixiert auf seinen Glauben und hat den gleichen Glauben wir Millionen anderer seines Kulturkreises. Glaube aber ist so subjektiv, dass jeder für SICH SEINEN EIGENEN GLAUBEN FINDEN sollte.

Der Pantheismus ist aber ein absolut pazifistischer und toleranter Glaube (was sich aus dem Prinzip der Gesamtheit ergibt) und würde nicht andere Glauben als falsch verurteilen oder gar deswegen über Leichen gehen (auch heute noch sind für nahezu alle Kriege Glaubensunterschiede der Grund).

 

Der Pantheismus ist ein abstrakter Glaube, der für jeden Menschen viele subjektive Freiheiten lässt. Dadurch dass man als Mensch eh nur einen winzigen Teil „Gottes“ zu verstehen imstande ist, sollte man Gott so persönlich wie möglich erfahren, denn dann bringt einem der Glaube am meisten (und somit auch wieder der Gesamtheit!)

Der Pantheismus ist keine Glaubensgemeinschaft, man ist an nichts gebunden - nur an dem Gedanken, dass „Gott“ nicht eine Person ist, sondern dass alles zusammengenommen, was überhaupt existiert, Gott ist. Der Pantheismus maßt es sich nicht an, „Gott“ mit einem Menschen zu vergleichen. Er lässt es offen, sich ein Weltbild vollständig auszumalen. Er ist eher ein Ansatz zum eigenständigen Denken, zum Verantwortungsvollem Handeln und eine Grundhaltung zum Leben.

Der Pantheismus sagt, dass „Gott“ alles und überall ist, aber nicht als Person oder als wirklich vorstellbare Sache. Somit gibt es viele Strebungen innerhalb des Pantheismus.

 

 

 

 

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