
seit Juni 2002
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Es
gibt zwei verschiedene Arten von Gottesvorstellungen:
Man kann sich Gott als eine sich wissende
Person vorstellen. Ein 'Ich', wie der Mensch eines ist. Bloß viel mächtiger,
umfangreicher etc. Welt und Menschen sind Geschöpfe dieses Gottes, und für
alle Zeiten von ihrem Schöpfer getrennt. Die Menschen bzw. ihre Seelen werden
nie eins mit dem Schöpfer, auch die nicht, die später die ewige Glückseligkeit oder
ähnliches erreichen. Gott existiert nicht als Person: Die Lehre des Pantheismus geht davon aus,
dass Gott überall ist und alles mit einschließt: Gut und Böse, den Kosmos,
die Natur, alle Lebewesen und jeden Menschen. Im Pantheismus ist die Welt
eine Ausdehnung Gottes selbst, was soviel bedeutet: Gott ist nicht
personal bzw. Gott geht völlig in der Natur auf und ist somit ein
unpersönliches "ewiges Gesetz" oder eine unbestimmte
"kosmische Kraft". Oder anders gesagt: Gott ist überall und in
allem, was vorhanden ist. Was konkret ist Pantheismus? Pantheismus ist kein konkreter Glaube, der
wie Religionsgemeinschaften oder Sekten klare Regeln und Glaubensvorschriften
vorsieht. Das liegt vor allem daran, dass dem Pantheismus kein
allgemeingültiges Glaubensbuch zu Grunde liegt, wie es bspw. bei den Christen
und Juden mit der Bibel oder dem Islam
mit dem Koran der Fall ist. Der Pantheismus ist eine eher philosophischer
Glaube. Viele Menschen haben sich ihre Gedanken über ihn gemacht bzw.
sind durch Reflexion zu diesem Glauben gelangt und haben seine Prinzipien und
verschiedenen Aspekte niedergeschrieben. Der Pantheismus ist ein abstrakter
Glaube, der nur grob die Glaubensrichtungen zusammenfasst, die sich mit
der Gleichsetzung von Natur und „Gott“ befassen. Das Prinzip des Pantheismus kann man am besten durch
metaphorische Beispiele erläutern. So ist der Vergleich des Pantheismus mit
dem menschlichen Gehirn sehr geeignet. Hierbei stellt jedes Leben im gesamten
Universum eine Gehirnzelle da, die zwar ein gewisses Eigenleben und eine
sinnvolle Aufgabe hat, aber makroskopisch betrachtet nur ein winziger Teil
des Ganzen ist. Leben kommunizieren miteinander – so wie wir Menschen
beispielsweise miteinander. Alles Leben zusammengenommen im gesamten
Universum (hier im Beispiel also alle Gehirnzellen) stellt „Gott“ (das
Gehirn) da. Dieser Gott ist das vollendete Leben überhaupt – die Summe aller
Dinge, aller Massen, Energien, Gedanken. Diese Gesamtheit bildet so etwas wie
ein Bewusstsein – ein allumfassendes. Sie ist für den Menschen unbegreifbar,
da die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen nur sehr begrenzt sind – eine
Anmaßung, zu glauben, der Mensch sei so hoch entwickelt, dass er sich ein
genaues Bild von „Gott“ machen könnte, was auch ein weiterer Grund für die
Abstraktheit des Pantheismus ist. Wichtig ist, dass jedes Leben im Universum
trotz seines kleinen Anteils an dem Ganzen von großer Bedeutung ist. Es ist
ein Teil „Gottes“ und ohne es wäre „Gott“ unvollständig. Das Gehirn könnte
zwar auf eine einzige Gehirnzelle verzichten, aber dennoch trägt jedes Leben
zur Existenz des Ganzen bei. Auch beim Pantheismus gibt es etwas, was man
als Beten bezeichnen könnte. Indem man in meditativer Art und Weise versucht
seinen Geist auf andere Teile des Ganzen, auf „Gott“ zu lenken und zu spüren,
wie man ein Teil etwas unbegreifbar Großem ist. Man kann bspw. ähnlich wie bei den meisten Religionen
seine Gedanken, Wünsche und Ängste „Gott“ mitteilen, sie geistig in das
Bewusstsein des Ganzen zu tragen – so wie in dem genannten Vergleich
vielleicht eine Gehirnzelle an das Bewusstsein (also der Gesamtheit der
Gehirnzellen) mitteilt, dass man Hunger hat. Pantheismus
und andere Religionen
Religionsgemeinschaften versuchen Leuten
immer bestimmte Riten und Bräuche aufzuerlegen, um sie zu binden und ihnen
ein Gefühl der Konstanz zu geben. Menschen brauchen oft ein Leben voller
Rituale. Dadurch verlieren sie aber unter Umständen die Fähigkeit,
reflektierend zu leben. Der wahre Glauben kommt aus einem selbst und
nicht aus einem Buch. So berufen sich alle Religionsgemeinschaften auf
Personen oder Schriften, die für alle gültig und eineingeschränkt richtig
sind. Daraus resultiert, dass alle übrigen Glauben als falsch angesehen
werden. Kein Christ wäre ein Christ und kein Muslim wäre ein Muslim wenn er
in einer anderen Kultur aufgewachsen wäre. Wäre er dann ein schlechterer
Mensch? Wer sagt, dass ausgerechnet ein bestimmter Glaube richtig sein soll?
Da der Mensch nicht intelligent genug ist, „Gott“ zu begreifen, sollte er
sich nicht anmaßen, ein genaues Bild von ihm haben zu können. Vor allem aber
sollte man nicht einzig und allein seinen Glauben – und vor allem den Grund
des Glaubens – aus einem Buch beziehen. Der Glaube ist viel zu
unpersönlich, wenn man ihn übernimmt, ohne sich Gedanken zu machen. Sicher waren Mohammed und Jesus große
Philosophen, aber kann ein Mensch so richtig liegen, dass man ohne zu
reflektieren seine Worte als heilig oder göttlich ansieht? Man kann ja leider
nicht mehr mit ihnen reden, einzig und allein Geschichten sind überliefert. Der Mensch sollte so neutral wie möglich aus
allen Schriften und allen Kulturen seine Schlüsse ziehen, für ihn
persönlich das SUBJEKTIV WAHRE herausfinden, indem er sich mit
Freunden unterhält, philosophiert und Schriften von anderen Religionen liest.
Offen sein für alles und ständig seinen eigenen Glauben in Frage stellen, das
sind Dinge, die ein religionsmonoton erzogener Mensch nicht tun kann. Er ist
fixiert auf seinen Glauben und hat den gleichen Glauben wir Millionen anderer
seines Kulturkreises. Glaube aber ist so subjektiv, dass jeder für SICH
SEINEN EIGENEN GLAUBEN FINDEN sollte. Der Pantheismus ist aber ein absolut
pazifistischer und toleranter Glaube (was sich aus dem Prinzip der Gesamtheit
ergibt) und würde nicht andere Glauben als falsch verurteilen oder gar deswegen
über Leichen gehen (auch heute noch sind für nahezu alle Kriege
Glaubensunterschiede der Grund). Der Pantheismus ist ein abstrakter Glaube,
der für jeden Menschen viele subjektive Freiheiten lässt. Dadurch dass man
als Mensch eh nur einen winzigen Teil „Gottes“ zu verstehen imstande ist,
sollte man Gott so persönlich wie möglich erfahren, denn dann bringt einem
der Glaube am meisten (und somit auch wieder der Gesamtheit!) Der Pantheismus ist keine
Glaubensgemeinschaft, man ist an nichts gebunden - nur an dem Gedanken, dass
„Gott“ nicht eine Person ist, sondern dass alles zusammengenommen, was
überhaupt existiert, Gott ist. Der Pantheismus maßt es sich nicht an, „Gott“
mit einem Menschen zu vergleichen. Er lässt es offen, sich ein Weltbild
vollständig auszumalen. Er ist eher ein Ansatz zum eigenständigen Denken, zum
Verantwortungsvollem Handeln und eine Grundhaltung zum Leben. Der
Pantheismus sagt, dass „Gott“ alles und überall ist, aber nicht als Person
oder als wirklich vorstellbare Sache. Somit gibt es viele Strebungen
innerhalb des Pantheismus. |
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