Zwei verschiedene Arten von Gottesvorstellungen

Man kann sich Gott als eine sich wissende Person vorstellen. Ein 'Ich', wie der Mensch eines ist. Bloß viel mächtiger, umfangreicher etc. Welt und Menschen sind Geschöpfe dieses Gottes, und für alle Zeiten von ihrem Schöpfer getrennt. Die Menschen bzw. ihre Seelen werden nie eins mit dem Schöpfer, auch die nicht, die später die ewige Glückseligkeit oder ähnliches erreichen.

Man kann sich aber auch eine unpersönliche geistige Kraft vorstellen, die mit dem Weltganzen letztendlich identisch ist. Einen geistigen Kern der Welt, der aber kein sich wissendes 'Ich' ist. Diese zweite Vorstellung ist der Kern dessen, was man unter Pantheismus versteht.

Gott existiert nicht als Person

Die Lehre des Pantheismus geht davon aus, dass Gott überall ist und alles mit einschließt: Gut und Böse, den Kosmos, die Natur, alle Lebewesen und jeden Menschen. Im Pantheismus ist die Welt eine Ausdehnung Gottes selbst, was soviel bedeutet: Gott ist nicht personal bzw. Gott geht völlig in der Natur auf und ist somit ein unpersönliches "ewiges Gesetz" oder eine unbestimmte "kosmische Kraft". Oder anders gesagt: Gott ist überall und in allem, was vorhanden ist.

Ein Gedankenexperiment

Angenommen, man sperrt einen sehr intelligenten Fisch, der über einen dem Menschen ähnlichen Verstand verfügt, direkt nach seiner Geburt in ein 30 mal 60 Zentimeter großes Aquarium, durch das sich nicht nach draußen blicken lässt, so wird der Fisch am Ende seines Lebens und nach der Auswertung alle Eindrücke, die ihm seine Sinne während der ganzen Zeit vermittelt haben, voller Stolz behaupten:
"Das Universum ist 30 mal 60 Zentimeter groß und ist von einer undurchsichtigen Wand begrenzt."
Nun, eine große Leistung für einen Fisch....
doch nur eine lächerliche, kleingeistige Fehlentscheidung für jemanden, der es besser weiß.
Die Beweise die ein Wissenschaftler erbringt, sind daher nicht viel mehr wert als die Aussage dieses Fisches. So lange man nur die Fakten kennt, die man sehen und messen kann, und nicht ALLE möglicherweise existierenden Fakten, so lange ist die Wissenschaft nicht überzeugender als jegliche Religion.
Wissenschaft ist allemal gut, um unser materielles Leben zu verbessern. Doch sie versagt völlig bei dem Versuch, höhere und spirituelle Phänomene mit den uns zur Verfügung stehenden materiellen Mitteln erklären zu können...
Und daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern, denn Erleuchtung kann man nicht durch Logik erlangen.